Zu sehen: Eine Frau mit kurzen melierten Haaren und Brille, sehr sympathisch.

#02 Vorsteherin gesucht: Das Podcast-Gespräch mit Karin Schmidt-Friderichs

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Sie könnte die zweite Vorsteherin in der 194-jährigen Geschichte des Börsenvereins werden: Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs. Das habe ich zum Anlass genommen, die 58-Jährige aus Mainz in der zweiten Folge des BücherFrauen-Podcasts danach zu fragen, was sie motiviert, sich für eines der höchsten Ehrenämter der Buchbranche zu bewerben. Was reizt sie an dem Amt, was will sie erreichen?


„Ich würde diese Branche gerne mitgestalten. Ich glaube, dass sie, wie auch die gesamte Wirtschaft, sich in einer ziemlichen Umbruchphase befindet. Die wichtigsten Stichworte dazu sind der Konzentrationsprozess, wo uns die Vielfalt der Kleinen verloren zu gehen droht. Als zweites betrifft die Digitalisierung uns alle, da sie Branchenstrukturen verändert. Ich glaube, in dieser Phase ist eine moderierende, konstruktiv begleitende, zuhörende Besetzung des Amtes die Antwort auf diese Herausforderung.“

Den Börsenverein hat Karin Schmidt-Friderichs schon aus verschiedenen Blickwinkeln kennengelernt, wie zum Beispiel als Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses von 2003 bis 2011 und als Vorsitzende der Stiftung Buchkunst von 2011 bis 2015. Seit 2018 ist sie Vertreterin des Börsenvereins in der Deutschen Literaturkonferenz, wo die BücherFrauen ebenfalls vertreten sind, und im Sprecherrat des Deutschen Kulturrates.

Zu sehen: Eine schöne, ornamentale Tapete hinter einem Tisch mit Stühlen.

Podcast in schöner Umgebung im Verlag Hermann Schmidt. Foto: Schober

In einem Frauennetzwerk war die 58-jährige Verlegerin bisher nicht aktiv. Trotzdem gab es bereits Berührungspunkte mit den BücherFrauen: In einem Mentoringprogramm hatte sie als Mentorin ein Jahr lang eine Mentee in der Buchbranche begleitet.

Entscheidung wohl überlegt

Zu sehen: Eine Frau mit kurzen melierten Haaren und Brille, sehr sympathisch.

Karin Schmidt-Friderichs. Foto: Gaby Gerster, feinkorn.

Karin Schmidt-Friderichs Entscheidung, sich als Kandidatin zu bewerben, ist wohl überlegt. Bertram Schmidt-Friderichs, mit dem sie gemeinsam seit 1992 den Verlag Hermann Schmidt leitet, sowie das gesamte Verlagsteam tragen die Entscheidung mit. Weil noch niemand voraussehen kann, wie die Wahl im Juni während der Buchtage ausgeht, führt die Verlegerin für zwei Varianten Kalender, einen für den Fall der Wahl.

Alle Mitgliedsunternehmen des Börsenvereins sind bei der Vorstandswahl während der Buchtage im Juni wahlberechtigt. Briefwahl ist möglich.

Link zum Formular für die Stimmübertragung:
http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/1117/Stimm%C3%BCbertragung_2019_Formular.pdf

Link zum Formular zur Anforderung der Briefwahlunterlagen (anzufordern bis zum 8. Juni 2019):
http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/1117/Briefwahlanforderung_2019_Formular.pdf

Musik im BF-Podcast: Swoop von den Mini Vandals (No Copyright Music).

Autorin: Jana Stahl

Jana Stahl ist freie Lektorin und Journalistin in Heidelberg. Parallel zur Textarbeit koordinierte sie von 2012 bis 2015 die Webaktivitäten der BücherFrauen, unter anderem auch in diesem Blog. Seit 2015 ist sie im Vorstand der BücherFrauen und seitdem inzwischen auch als #1teBFonTour unterwegs. Im Internet außerdem auch zu finden als Die Wortratgeberin.de. (Google+: Jana Stahl)

6 Kommentare

  1. Super Interview! Vielen Dank, Jana. Gute Fragen – von beiden Seiten – und hoffnungsvolle Antworten. Die Themis Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung (https://themis-vertrauensstelle.de/), von der im Podcast die Rede ist, ist übrigens so angelegt, dass sie auf weitere Kultursparten ausgeweitet werden kann. Institutionen und Unternehmen der Buchbranche können sich an der Vertrauensstelle also beteiligen, und es Frauen aus der Buchbranche ermöglichen, die Beratungsangebote dort zu nutzen. Wäre schön, wenn das für den/die neue Vorsteher/in des Börsenvereins ein Thema wäre.

  2. Liebe Valeska, vielen Dank für die Ergänzung! Den Link werde ich nächste Woche noch in die Shownotes und Kapitelmarken packen.

  3. Vielen Dank auch von mir. Ich fand besonders interessant die Ausführungen über KSF Nachdenken über ihre Teilnahme am BF Mentoring Programm. Und wie eben auch bei der Mentorin Prozesse angestoßen werden. Wie hier deutlich wird, dass das Lernen auf beiden Seiten ist. Und die schöne Einsicht daraus, dass auch eine Mentorin nicht „fertig“ ist, sondern an einem bestimmten Punkt der eigenen Entwicklung.
    Genauso die Einordnung der jetzigen Kandidatur in die Lebens- und Arbeitszeit. Die Analyse jetzt gut die Energie aber auch die Erfahrung und Abgeklärtheit zu haben. Und das freuen, was nach 27 Jahren plötzlich vom Team Im Verlag zurückkommt. Ich finde es bemerkenswert, dass wir an der Entscheidungsfindung zur Kandidatur so teilhaben könnten – und das weite Tableau der anderen Kandidatinnen und Kandidaten lässt gespannt auf den 19.6.schauen.

  4. Liebe Jana, liebe Frau Schmidt-Friderichs,
    ein wunderbares Interview über ein vielfältiges Frauenleben mit seinen Einsichten, Entscheidungsprozessen und Lernwegen. Danke euch/Ihnen beiden für dieses lange, anregende Gespräch, das zudem Einblick in manche Hintergründe der Gremienarbeit des Börsenvereins gibt. Ich freue mich schon auf den angekündigten nächsten Podcast …
    Veronika Licher

  5. Liebe Jana,
    vielen Dank für dieses angenehm zu hörende Interview mit einer kompetenten, erfahrenen und unaufgeregten Verlegerin. Der Börsenverein kann sich glücklich schätzen, so eine Kandidatin vorweisen zu können, die deutlich bemüht ist, alle TeilnehmerInnen des Buchmarkts anzusprechen. Wer könnte besser die zukünftigen Herausforderungen der Branche überblicken als eine unabhängige Verlegerin? Wenn ich wählen dürfte, würde ich KSF wählen.

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