BücherFrauen

Ein Beitrag zur Debattenkultur in der Buchbranche

Blick ins Archiv – 30 Jahre BücherFrauen im Bild

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Im Jahr 2020 feierten die BücherFrauen ihr 30-jähriges Jubiläum: ein Grund zum Feiern! Das war der Anlass für mich, auf unserer Facebookseite von Februar bis November einmal in der Woche einen visuellen Blick in die Geschichte unseres Netzwerkes zu werfen. Weil nicht alle BücherFrauen auf Facebook aktiv sind, gibt es hier eine kleine Zusammenfassung der beliebtesten Fotos, thematisch sortiert und um ein paar wenige Aufnahmen ergänzt.

In meiner Städtegruppe Stuttgart hat Barbara Scholz, BücherFrau seit Anbeginn, eine umfangreiche Sammlung angelegt, die sie mir zur Verfügung gestellt hat. Danke dafür – ohne diese Ordner wäre die Rubrik unmöglich gewesen. Ich selbst habe ein kleines Fotoarchiv, auf das ich zurückgreifen konnte. Dafür, dass die Bildauswahl deshalb vielleicht etwas „Stuttgart-lastig“ geworden ist, bitte ich um Nachsicht.

Ich wünsche jedenfalls viel Spaß beim Anschauen!

Frühere Jubiläen

Im Jahr 2000 schenkten sich die BücherFrauen zum 10-jährigen Jubiläum eine Festschrift mit dem Titel „Frauen machen Bücher“. Herausgeberin Gabriele Kalmbach stellte gemeinsam mit Petra Albers und Barbara Oh Porträts von 40 Frauen aus der Buchbranche zusammen, die die Vielfalt der Buchmacherinnen in der Branche repräsentierten. Alle Porträts wurden von BücherFrauen geschrieben, das Buch ist im Ulrike Helmer Verlag erschienen, dessen Verlegerin ebenfalls BücherFrau ist.

Im Jahr 2005 feierten die BücherFrauen dann ihr 15-jähriges Jubiläum. Das war der Anlass, die Fotografin Silke Helmerdig zu beauftragen, im Jubiläumsjahr 30 BücherFrauen aus der Republik zu porträtieren. Unter dem Titel „WOman Bücher Macht – Bücherfrauen 15+“ tourte dann 2006 eine Ausstellung mit den Porträts durch Deutschland. Auf dem Bild ist der Ausstellungskatalog der Station in Stuttgart zu sehen. Dort hingen die Bilder in der Stadtbibliothek Stuttgart und es erschien auch ein kleiner Artikel über die Vernissage mit Podiumsdiskussion. Zu sehen außerdem die Einladung zur Ausstellung in der Stadtbibliothek Köln, wo zur Ausstellungseröffnung eine Lesung mit Marianne Krüll stattfand.

Und im Jahr 2010, also zum 20-jährigen Jubiläum, veröffentlichten die BücherFrauen die MehrWert-Studie. Unter der wissenschaftlichen Begleitung von Prof. Dr. Romy Fröhlich wurden 1.234 Fragebögen aus allen Bereichen der Buchbranche ausgewertet. Zum ersten Mal war in diesem Band, der ebenfalls im Verlag Ulrike Helmer erschien, fundiertes Datenmaterial von Männern und Frauen, die mit Büchern zu tun haben, zusammengestellt.

Erfolgsfaktor Ehrenamt

Ohne die Frauen, die sich ehrenamtlich auf regionaler und überregionaler Ebene aufs Vielfältigste engagieren, wäre ein Netzwerk wie die BücherFrauen undenkbar. Regionalsprecherinnen, überregionaler Vorstand, Pressefrauen, Webbeauftragte, Finanzfrauen und … und … und … Nicht wegzudenken ist auch unsere Geschäftsstelle mit Vera Seehausen und Annette Sandberg. Die Bilder stehen beispielhaft für dieses vielfältige Engagement und manche zeigen zudem den Spaß, den die Frauen dabei haben.

Herzstück der Vernetzung: Das Blaue Buch

Das Blaue Buch ist immer noch ein unverzichtbares Mittel für die Vernetzung unserer Mitgliedsfrauen untereinander. Es finden sich darin nicht nur alle Kontaktdaten, sondern es kann auch nach Berufen und Unternehmen gesucht werden. Unser Wachstum zeigt sich am Umfang. Das erste Blaue Buch aus dem Jahr 1992 verzeichnete übrigens acht Städtegruppen in der Republik – inzwischen hat sich die Zahl der Gruppen auf 15 erhöht, also fast verdoppelt. Das zeigt, wie wichtig, neben der überregionalen Vernetzung, auch der Kontakt in der Nähe ist. Und wer sich fragt, was ein Rotes Buch dazwischen zu suchen hat: Den Beginn des neuen Jahrtausends wollten wir mit einer einmaligen Farbänderung würdigen.

Mentoring

Mentoring ist ein Flaggschiff unseres Netzwerkes. Von 1998 bis 2000 lief die allererste Mentoringrunde, damals organisiert von der Regionalgruppe München, unterstützt von der Stadt München, als Schirmherrin wurde Amelie Fried gewonnen. Nach Abschluss der ersten Runde gab es einen gedruckten Bericht.
Inzwischen gibt es Mentoringrunden in mehreren Städtegruppen und 2009 wurde „10 Jahre Mentoring“ mit einem großen Kongress begangen. Die Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland erwartete in Stuttgart ein vielfältiges Programm mit Expertinnen, mit Vorträgen und einem Netzwerkteil, in dem viel Raum für Austausch blieb. Maren Kroymann sorgte mit ihrem Programm „Gebrauchte Lieder“ für einen furiosen kulturellen Auftakt im Kursaal Bad Cannstatt.

Das Netzwerk in Druckwerken

Viele Jahre war der gedruckte Newsletter für die BücherFrauen eine wichtige Informationsquelle. Er erschien bis 2006. Evelyn Kuttig gestaltete ihn und ein Redaktionsteam sorgte für interessante Inhalte. Auf diesen Bildern sieht man gut, wie Umfang und Gestaltung sich mit den Jahren veränderten. Heute können Interessierte unseren Newsletter digital abonnieren.

Flyer der BücherFrauen

Auch Flyer sind trotz Digitalisierung immer noch wichtige Werbemittel. Hier sieht man, wie sich Gestaltung und Logo über die Jahre verändert haben.

Vernetzungen

Vernetzung innerhalb der Buchbranche, aber auch sowohl regional als auch überregional mit anderen Frauenverbänden, Kultureinrichtungen sowie anderen Institutionen, die uns thematisch nahestehen, verwirklichen die BücherFrauen von Anfang an. Die Bilder zeigen ein paar Beispiele.

Die Jahrestagung

 

Einmal im Jahr treffen wir uns zu unserer traditionellen Jahrestagung mit Mitgliederversammlung, organisiert von einer Städtegruppe, die sich um ein interessantes Thema, aber auch um Referentinnen und eine gute Location kümmert. Wie vielfältig die Themen sind, mit denen wir uns schon beschäftigt haben, zeigt die willkürliche Auswahl auf diesem Bild, die vom Gedanken des CrossLearnings über die Frage, wie und warum wir arbeiten, „Empowered statt ausgepowert“ bis zu der Entwicklung eines 10-Jahres-Plans gehen.

Im Jahr 2001 wich das Orga-Team in Stuttgart zum ersten Mal von der klassischen Form mit Impulsvortrag und Workshops ab und führte die Jahrestagung als eine Open-Space-Konferenz durch. Für das damalige Vorbereitungsteam waren verschiedene Punkte in der Vorbereitung aufregend: Würde die Methode wirklich funktionieren? Kämen genug Frauen? Würde die Technik klappen? Ein Blick in die Dokumentation der Konferenz zeigt, dass die Methode gut angenommen wurde, die Themenvielfalt groß war und manches heute noch oder wieder aktuell ist. Inzwischen haben andere Städtegruppen mit weiteren Methoden gearbeitet: 2018 organisierte ein überregionales Team die Jahrestagung als Barcamp und 2020 betraten wir mit der digitalen Jahrestagung wieder einmal erfolgreich Neuland.

Fortbildungen 

Fortbildungen, in denen sich die Teilnehmerinnen in geschütztem Rahmen auch einmal ausprobieren können, sind ein wichtiger Teil unseres Angebotes. Das Rhetorikseminar, das 1995 in Stuttgart stattfand, war eine der ersten Angebote in unserem Netzwerk. Mittlerweile gibt es ein breitgefächertes Themenangebot sowohl regional als auch überregional in unserer Akademie.

Die BücherFrauen in der Branchenpresse

Anfang der 2000er schrieben die BücherFrauen eine Zeit lang Kolumnen für den Buchmarkt. Hier zwei erhaltene Beispiele.

Buchmarktkolumne

Auch im Börsenblatt gab es immer wieder Beiträge von BücherFrauen, da das Archiv nach dem Relaunch leider nicht mehr abrufbar ist, hier ein Beispiel aus dem Jahr 2020.

Im Buchreport kommen BücherFrauen immer wieder zu Wort, vor allem nach Erscheinen unserer MehrWert-Studie gab es mehrere Beiträge.

 

 

 

 

 

 

Autor: Susanne Martin

Seit 1976 arbeitet Susanne Martin im Buchhandel und von 1995 – 2018 war sie die Inhaberin der Schiller Buchhandlung. Ende Februar 2018 schloss sie die Buchhandlung. Eine Buchhandlung zu schließen heißt aber nicht, das Lesen und die Bücher aufzugeben. Deshalb teilt sie ihre Leseerlebnisse in ihrem Blog www.schiller-buch.de. (Foto: Thomas Herrmann)

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