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Beitragsbild Zarte Landung

Bloggerinnen schenken Lesefreude – Emma Donoghue: Zarte Landung

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Die 26-jährige Jude Turner, die mit ihrer 66-jährigen Mutter in einem Haus im kanadischen Ireland, Ontario lebt, musste bisher noch nie ein Flugzeug benutzen. Ausgerechnet an einem Silvester-Tag lässt es sich aber nicht mehr vermeiden. Ihre Mutter Rachel hat die Weihnachtsfeiertage bei ihrer Schwester in England verbracht. Weil es ihrer Mutter schlecht gehe, bittet Tante Louise Jude, sofort nach Europa zu kommen und ihre Mutter auf dem Rückflug zu begleiten.

Nicht-Fliegerin trifft auf Flugbegleiterin

So verbringt die bisherige Nicht-Fliegerin den Jahreswechsel über den Wolken. Als ob das nicht schon skurril genug wäre, stirbt der Passagier auf dem Platz neben ihr, indem er einfach einschläft. In all dem Trubel lernt Jude die aufgeschlossene, irisch-indische Stewardess Síle O’Shaughnessy kennen. Bevor die beiden am Londoner Flughafen Heathrow wieder getrennte Wege gehen, erfahren sie bei einem Kaffee und einem ersten Flirt das wichtigste voneinander. Síle führt zwischen ihrem Heimatort Dublin und ihren Flugeinsätzen ein globales und mediales Großstadtleben, während Jude als Leiterin des Heimatmuseums in der kanadischen Provinz verwurzelt ist und bisher kaum auf moderne Kommunikationsmittel angewiesen war, anders als Síle, die ihr Mobiltelefon liebevoll Gizmo nennt.

Die Begegnung hinterlässt bei beiden Spuren. Aber zunächst erlebt Jude eine harte Zeit. Ihre Tante hatte Recht, Judes Mutter Rachel zeigte in England die ersten Anzeichen einer Erkrankung (Gedächtnisausfälle, Übelkeit etc.), die sich sehr schnell als Hirntumor entpuppt und innerhalb weniger Wochen zu Rachels Tod führt.

Erst als Jude sich langsam und mühsam an einen anderen Alltag – ohne die Mutter – gewöhnt, findet sie die Visitenkarte mit der E-Mail-Adresse von Síle. Zum ersten Mal entschließt sie sich, vom Computer des kleinen Heimatmuseums eine private E-Mail an die „Flugbegleiterin mit irischem Akzent und indischen Gesichtszügen“ zu schicken. Als sie am selben Tag zu Hause ankommt, entdeckt sie wiederum einen ausführlichen Brief von Síle, abgeschickt zum Valentinstag – ein Flirt via Schneckenpost, ungewöhnlich für die moderne Síle. Aber es ist der Anfang eines intensiver werdenden Austauschs zwischen zwei Frauen, die ein Kontinent trennt.

Wärme, Intelligenz, Leidenschaft

Die irische Autorin Emma Donoghue, die übrigens in Kanada lebt, bietet in diesem Roman verschiedene Perspektiven. Mal geht es um den Alltag Judes, mal um die Situation, in der Síle lebt, mal findet man sich in einer Art Briefroman wieder und verfolgt den Austausch der beiden. Ein Buch voller Wärme, Intelligenz und Leidenschaft. Dass die Entfernung zwischen Jude und Síle immer wieder zu Problemen führt, dürfte keine Überraschung sein. Ob diese Probleme am Ende überwunden werden können, darf die geneigte Leserin selbst herausfinden.

Einziger Kritikpunkt: Brauchte es für all das wirklich über 400 Seiten?

Buchcover: Zarte Landung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Emma Donoghue: Zarte Landung. Roman.
Originaltitel: Landing
Aus dem Englischen von Adele Marx
Verlag Krug & Schadenberg
Gebunden. 424 Seiten
ISBN: 978-3-930041-90-9
Euro 22,90

Ein Exemplar des Buches gewinnen

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Autorin: Jana Stahl

Jana Stahl ist freie Lektorin und Journalistin in Heidelberg. Parallel zur Textarbeit koordinierte sie von 2012 bis 2015 die Webaktivitäten der BücherFrauen, unter anderem auch in diesem Blog. Seit 2015 ist sie im Vorstand der BücherFrauen und seitdem inzwischen auch als #1teBFonTour unterwegs. Im Internet außerdem auch zu finden als Die Wortratgeberin.de. (Google+: Jana Stahl)

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