#lesbar im August – Von Buchblogs, Burnout und Newslettern

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Auch im Netz herrscht mal Sommerpause – oder zumindest eine sommerliche Gemächlichkeit. Wir haben uns für Euch trotzdem umgesehen und einige interessante Artikel herausgesucht, die sich auch nach der Rückkehr aus dem Urlaub gut lesen lassen. Mit dabei sind ein nachdenklicher Beitrag über die deutsche Buchbloggerlandschaft und die ewige Diskussion mit dem Feuilleton, die Schilderung eines Burnout-Prozesses sowie ein Rückblick auf die Entwicklung des BücherFrauen-Newsletters – spannend nicht nur für Vereinsmitglieder! Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Buchbloggerinnen und Buchblogger müssen sich von der herkömmlichen Literaturkritik so einiges anhören. In der regelmäßig geführten Diskussion zur Deutungshoheit über die Literatur kommen problematische Muster zum Vorschein, die Katharina Herrmann nun klug und anregend auf ihrem Blog aufzeigt: „Es geht um die Frage: Wer darf festlegen, was kulturell wichtig ist und wer nicht. Und es tut mir leid, wenn ich jetzt auf einen schon beinahe platten Topos zurückgreifen muss: Natürlich wird diese Machtposition vorwiegend von weißen Männern verteidigt, die Zahl der People of Color im Bereich der professionellen Literaturkritik in Deutschland ist verschwindend gering, natürlich gibt es einige Frauen, zumindest aber dann wenn man den Fernseher anschaltet, um Literatursendungen zu sehen, beschränkt sich die Zahl der Frauen, die da vorkommen, auf ein sehr überschaubares Grüppchen, das man an einer Hand abzählen kann […].“

Ob angestellt oder freiberuflich, nachhaltiges Arbeiten ist ein wichtiges Thema für alle Beschäftigten, auch in der Buchbranche. Dafür, dass so viel über Burnout gesprochen wird, wissen aber viele nicht genau, was damit gemeint ist oder wie es überhaupt dazu kommt. Auf Edition F schlüsselt Fabienne Riener Schritt für Schritt auf, wie sich aus einer eigentlich sehr positiven Situation heraus ein absoluter Erschöpfungszustand entwickeln kann und was sich dagegen unternehmen lässt: „Burnout umfasst eine tiefe Identitätskrise, die oftmals ihren Ursprung in zu hohen Erwartungen an eine Situation hatte. Die letztendliche Totalerschöpfung ist das sozial akzeptierte Zeichen nach außen, dass etwas nicht stimmt. Burnout ist allerdings mehr als Erschöpfung, die auch entstehen kann wenn man wegen Termindruck drei Wochen durcharbeitet oder fünf Freunden am Stück beim Umzug hilft. Burnout entsteht früher und geht tiefer.“

Den Verein BücherFrauen e. V. gibt es nun seit 26 Jahren – eine lange Zeitspanne mit einer vielseitigen Geschichte. Einen Teil des Weges, den unser Netzwerk gegangen ist, schildert Evelyn Kuttig mit ihrem Rückblick auf die Entstehung und die Fortführung des gedruckten Newsletters, der 1993 ins Leben gerufen wurde. Eine spannende Dokumentation der Vereinsentwicklung und des ehrenamtlichen Engagements – ein zweiter Teil folgt!


Jeden Monat erscheinen im Netz so viele anregende und aufregende Texte, dass wir mit dem Lesen oft gar nicht mehr hinterherkommen. #lesbar sammelt diese Perlen und präsentiert sie jeden letzten Donnerstag im Monat auf dem BücherFrauen-Blog – handverlesene Lese- und Teilempfehlungen zu Themen, die BücherFrauen und andere buchbewegte Menschen interessieren.

Was findet Ihr #lesbar? Schickt uns Eure Artikelempfehlungen für den nächsten Monat!

Autor: Martha Wilhelm

Martha Wilhelm studierte Germanistik und Slavistik in Hamburg, absolvierte ein Verlagsvolontariat in Berlin und kehrte danach wieder an die Alster zurück. Hier machte sie sich selbstständig und arbeitet nun als Lektorin, Korrektorin und Autorin in den Bereichen illustriertes Sachbuch und Jugendbuch. Mehr Informationen gibt es auf ihrer Website (www.textwinkel.de). Sie freut sich über Austausch auf Facebook und Twitter.

5 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Erwähnung und das Adjektiv „klug“, das ist sehr nett!

  2. Liebe Martha,
    vielen Dank für die guten Hinweise. Da ich mich schon seit vielen Jahren zwar nicht als Hauptberuf, aber sehr intensiv mit Literatur beschäftigte finde ich den Artikel von Katharina sehr interessant.

    Liebe Grüße von Gisela von den Vorlesern

    • Liebe Gisela,
      das freut mich! Ich finde ihn auch hochspannend. Ich blogge zwar nicht selbst über Bücher, lese aber viele Literaturblogs und verfolge auch die Debatten um die moderne Literaturkritik mit viel Interesse. Wenn ich dabei neue Aspekte entdecke, die ich bisher selbst nicht berücksichtigt habe, umso besser!
      Herzliche Grüße
      Martha

  3. Hallo Martha
    Super Auflistung guter Artikel, weiter so.
    Wünsche dir noch eine schöne Woche und liebe Grüße Laura

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