#lesbar im Dezember – Buchblogs, der Buchhandel und Lesekreise

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Und schon ist 2018 fast vorbei. Wir hoffen, ihr hattet entspannte Festtage und könnt dem Jahreswechsel nun gesättigt, beschenkt und zufrieden entgegensehen. Hier auf dem BücherFrauen-Blog hatten wir auf jeden Fall ein schönes, aktives und vielseitiges Jahr und freuen uns schon auf das nächste. Vielen Dank an all unsere Autorinnen und Leserinnen – wir werden auch 2019 alles daran setzen, den Blog spannend und aktuell zu gestalten! Zum Ausklang haben wir hier noch mal einige Lesetipps versammelt, die sich diesmal viel mit der fruchtbaren Wechselwirkung zwischen On- und Offline beschäftigen: zwischen Buchblogs und Buchhandel, Instagram und unabhängigen Buchläden, aber auch in Lesekreisen, die es inzwischen sowohl im Café als auch auf Twitter gibt. Passend dazu gibt es auf dem Blog Lesestunden eine aktuelle Topliste der deutschen Buchblogger*innen – wenn ihr zwischen den Jahren noch mehr Lesestoff braucht. Wir wünschen euch einen guten Rutsch und wie immer: viel Spaß beim Lesen!

Buchblogs und Buchhandlungen bewegen sich auf den ersten Blick in unterschiedlichen Welten, aber eins haben sie gemein: ihre Liebe und Leidenschaft fürs Buch. Um diese nach außen zu tragen und weitere Menschen damit anzustecken, gibt es hin und wieder Kooperationen, bei denen zum Beispiel Buchblogger*innen einen Tisch in der lokalen Buchhandlung mit ihren Empfehlungen bestücken können. Aber wie genau funktioniert eine solche Zusammenarbeit und was gibt es da für Möglichkeiten? Die Buchbloggerin Jessika Hädecke hat in einer vierteiligen Reihe über ihre Erfahrungen geschrieben und gibt darin neue Impulse. Hier geht es zu Teil #2, #3 und #4.

Lesekreise – ist das nicht ziemlich altbacken? Vor ein paar Jahren vielleicht, aber in letzter Zeit wird das Konzept wieder zunehmend populärer. Ob off- oder online, immer mehr Menschen stehen dazu, dass sie gezielt den Austausch über Bücher suchen, der sich im Alltag ansonsten vielleicht nicht mehr so oft ergibt. Was bedeutet das für die Buchbranche und die oft beschworene Krise des Buchhandels? Claudia Dürr von der Universität Wien forscht zu Praktiken des gegenwärtigen Literaturbetriebs und erzählt auf Geschichte der Gegenwart vom Wiederaufleben von Buchclubs und Lesekreisen und ihrem Potenzial: „Es vergeht kaum eine Lesekreisdiskussion ohne die rhetorische Wendung: Würdest Du dieses Buch empfehlen? Lesekreise sind also natürliche Multiplikatoren. Aktionen wie jene des Deutschen Buchpreises, der heuer zur Frankfurter Buchmesse ausgewählte Lesekreise mit Büchern versorgte, die anschließend ihre Eindrücke publizierten, sind Werbeaktionen für die Branche, die das ursprüngliche Lesekreis-Konzept gezielt öffnen. Gleichzeitig werden dadurch Praktiken von Social Reading sichtbar, in denen Rezipienten ganz selbstverständlich auch Produzenten sind und mit ihren Lektüreeindrücken auch eine Teilöffentlichkeit erreichen, wie es in unterschiedlichen Online-Foren bereits täglich geschieht.“

Ausnahmsweise gibt es hier auch einen Lesetipp auf Englisch. Nisha Chittal schildert in diesem Beitrag, wie vor allem unabhängige Buchhandlungen von Social Media profitieren können. Besonders auf Instagram nutzen Buchliebhaber*innen die Ästhetik des (Print-)Buchs, um eine lebendige Community aufzubauen und sich jenseits von klassischen Blogs über Lesetipps und Lesetrends auszutauschen. Von diesem Communitygedanken können auch Buchhandlungen profitieren, da sie traditionell ein Ort der Begegnung und der Bücherliebe sind. „Yes, there might be an element of vanity to the modern quest to get the perfect Instagram photo. But there’s also a thriving — and growing — community of book lovers on Instagram who use the platform to share their love of reading, connect with other bookworms, and support their local independent stores.“

2018 haben wir oft und gern Autorinnen gratuliert, die mit renommierten deutschen Literaturpreisen geehrt wurden. Da sie diese Preise samt und sonders verdient haben, sollte das eigentlich nicht weiter bemerkenswert sein – oder? In manchen Medien stieß dieser weibliche Preisregen jedoch auf Verwunderung und löste ein Erklärungsbedürfnis aus. Katharina Herrmann beschäftigt sich mit einer These zur literarischen Hochkultur von Dirk Knipphals in der TAZ und fragt sich, warum solche Deutungsversuche überhaupt nötig sind: „Ja, mei, haben dieses Jahr halt viele Autorinnen gewonnen. Vielleicht hätte es gereicht, das einfach festzuhalten.“


Jeden Monat erscheinen im Netz so viele anregende und aufregende Texte, dass wir mit dem Lesen oft gar nicht mehr hinterherkommen. #lesbar sammelt diese Perlen und präsentiert sie jeden letzten Donnerstag im Monat auf dem BücherFrauen-Blog – handverlesene Lese- und Teilempfehlungen zu Themen, die BücherFrauen und andere buchbewegte Menschen interessieren.

Was findet ihr #lesbar? Schickt uns eure Artikelempfehlungen für den nächsten Monat!

 

 

 

Autorin: Martha Wilhelm

Martha Wilhelm studierte Germanistik und Slavistik in Hamburg, absolvierte ein Verlagsvolontariat in Berlin und kehrte danach wieder an die Alster zurück. Hier machte sie sich selbstständig und arbeitet nun als Lektorin, Korrektorin und Autorin in den Bereichen illustriertes Sachbuch und Jugendbuch. Mehr Informationen gibt es auf ihrer Website (www.textwinkel.de). Sie freut sich über Austausch auf Facebook und Twitter.

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