#lesbar im November – Weiblich, unabhängig, sichtbar

| Keine Kommentare

Im November haben wir uns getroffen, diskutiert, gewählt, gelernt – und gefeiert! Die diesjährige BücherFrauen-Jahrestagung in Hamburg stand unter dem Motto „Herausforderung Strukturwandel“ und hat über 100 Frauen aus ganz Deutschland zusammengebracht. Berichte zum vielseitigen Programm und zu den Neuwahlen finden sich u. a. im Börsenblatt und im Buchmarkt. Auch jenseits unserer Tagung gibt es einiges nachzulesen: enthusiastische Plädoyers für den unabhängigen Buchhandel, Diskussionen über die Zukunft von anspruchsvoller Literatur, Einblicke ins Übersetzerinnenbüro und, und, und. Bevor der Weihnachtsstress losgeht, gibt es hier noch mal die Gelegenheit, durchzuatmen und alles in Ruhe zu lesen: viel Spaß!

Im Vorfeld unserer Jahrestagung hat die (zu dem Zeitpunkt) zweite Vorsitzende der BücherFrauen, Jana Stahl, im Börsenblatt über den Strukturwandel, das Netzwerken und die Aussichten für Frauen in der Buchbranche gesprochen: „Die Buchbranche hat eigentlich viel zu lange gewartet, um sich auf den Strukturwandel einzustellen – das ist dieses Jahr, bei allen Veranstaltungen, die die BücherFrauen dazu gemacht haben, noch einmal sehr deutlich geworden. Und deutlich geworden ist dabei auch, dass es vor allem Sortimenterinnen sind, für die es schwierig ist. Sie müssen sich mit einer ganz anderen Lesekultur auseinandersetzen. Davon abgesehen, beobachte ich bei den BücherFrauen viel Bewegung – viele nehmen die Herausforderungen des Strukturwandels offen und bewusst an, bilden sich weiter, probieren neue Tools aus.“

Vom 4. bis zum 11. November haben wir die Woche der unabhängigen Buchhandlungen gefeiert. Um sich die Bedeutung des unabhängigen Buchhandels nicht nur in dieser Woche, sondern jeden Tag vor Augen zu halten, hat Karla Paul 99 Buchmenschen nach ihren Gründen befragt, lokal und unabhängig zu kaufen. Eine sehr schöne Auswahl mit vielen verschiedenen Stimmen.

Wer liest eigentlich heutzutage noch anspruchsvolle Literatur? Immer weniger Menschen, stellen Verlage zu ihrem Bedauern fest. Doch woran liegt das und was bedeutet das für die Branche? Knut Cordsen wirft in diesem Beitrag einen nüchternen Blick auf den Wandel des Leseverhaltens und seine Folgen: „Die Menschen greifen gerade in unserer Welt der Bits and Bites, der Kleinteiligkeit, des medialen Beschusses auf allen möglichen Kanälen wieder zum gedruckten Buch. Aus einem einfachen Grund: Sie sind der Bildschirme, auf die sie eh den ganzen Tag starren, müde, sie wollen keine weitere Ablenkung oder Zusatzangebote, wie es ‚enhanced e-books‘ etwa anbieten. Sie begreifen das klassische Buch als ‚Erholungszelle‘.“

Immer wieder einen Blick (und ein Gespräch) wert: der Arbeitsalltag von Übersetzerinnen und Übersetzern. Wie schafft man es, nicht nur den Inhalt, sondern auch den besonderen Stil eines Werks in eine fremde Sprache zu transportieren? Und wie wirken sich Veränderungen in der Branche auf die Arbeit aus? Maria Hummitzsch, Übersetzerin aus dem Portugiesischen und Englischen, steht in diesem Beitrag zum Hören Rede und Antwort.

Immer wieder stellen wir auf Branchenveranstaltungen fest, dass sich kaum eine Referentin unter den Referenten befindet oder dass das Podium bestenfalls eine weibliche Teilnehmerin hat. Verschiedene Initiativen wie die Speakerinnen machen solche Disparitäten sichtbar und stellen Listen mit qualifizierten Frauen aus allen Berufsfeldern zusammen, um daran etwas zu ändern. Dieser Blogbeitrag von der Kaltmamsell versammelt ganz praktische Tipps für Veranstalter (und Veranstalterinnen), die keine reine Männerdiskussion mehr wollen.


Jeden Monat erscheinen im Netz so viele anregende und aufregende Texte, dass wir mit dem Lesen oft gar nicht mehr hinterherkommen. #lesbar sammelt diese Perlen und präsentiert sie jeden letzten Donnerstag im Monat auf dem BücherFrauen-Blog – handverlesene Lese- und Teilempfehlungen zu Themen, die BücherFrauen und andere buchbewegte Menschen interessieren.

Was findet Ihr #lesbar? Schickt uns Eure Artikelempfehlungen für den nächsten Monat!

Merken

Autorin: Martha Wilhelm

Martha Wilhelm studierte Germanistik und Slavistik in Hamburg, absolvierte ein Verlagsvolontariat in Berlin und kehrte danach wieder an die Alster zurück. Hier machte sie sich selbstständig und arbeitet nun als Lektorin, Korrektorin und Autorin in den Bereichen illustriertes Sachbuch und Jugendbuch. Mehr Informationen gibt es auf ihrer Website (www.textwinkel.de). Sie freut sich über Austausch auf Facebook und Twitter.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.