Zum 3. Mal wurde im November 2025 bei unserer Jahrestagung in Erfurt die Christine feierlich verliehen. Ausgezeichnet wurde der Roman „Was Hortensia nicht mehr erzählen konnte“ der spanischen Autorin Dulce Chacón. Damit erhielt zum ersten Mal eine Übersetzung diesen einzigen deutschen Literaturpreis, der ausschließlich Autorinnen gewidmet ist.
Der Roman ist 2024 in der Übersetzung von Friederike Hofert im Verlag w_orten & meer erschienen. Er führt zurück in eine Zeit, die oft im Schatten steht: die Jahre nach dem Bürgerkrieg, die Ära der Franco-Diktatur. Erzählt wird von Frauen, die Widerstand leisteten, die gelitten haben, die zum Schweigen gebracht wurden – und die durch Chacóns Sprache ihre Stimme zurückbekommen.
Da die Autorin Dulce Chacon 2003 verstorben ist, teilen sich Übersetzerin und Verlag das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Die Jury hält in der Begründung ihrer Wahl den Roman für literarisch besonders gelungen auch „durch seinen ganz eigenen Klang, der poetisch und eindringlich ist“. Hervorgehoben wird nicht nur die hervorragende Übersetzungsleistung von Friederike Hofert, die kreative und glaubwürdige Lösungen für die vielen Dialoge und Redewendungen gefunden, sondern auch der Mut des Verlages w_orten & meer, dem deutschen Publikum einen Roman zugänglich zu machen, der den Blick auf die Francodiktatur in Spanien nachhaltig verändert hat.

Marianne Eppelt (links) und Friederike Hofert (rechts) bei der Verleihung der Christine (© Brigitte Jetschina)

Buch und Statuette in Erfurt (© Susanne Martin)
Wie ist es Friederike Hofert gelungen, eine so emotionale, politische und zugleich poetische Geschichte ins Deutsche zu übersetzen? Was ist für sie das Besondere des Buches und was empfand sie bei der ersten Lektüre? Und was es bedeutet es, wenn Literatur gegen das Vergessen anschreibt? Das sind nur einige der Themen, über die Yvonne de Andrés in dieser Podcastfolge mit Friederike Hofert spricht.
Über Friederike Hofert
Friederike Hofert ist Literaturwissenschaftlerin und Literaturübersetzerin für Englisch und Spanisch. Sie forschte außerdem zu postkolonialen Perspektiven auf Übersetzungsprozesse. Sie erhielt neben der Auszeichnung mit der Christine verschiedene Stipendien.
Friederike Hofert auf LinkedIn
Über Yvonne de Andrés
Yvonne de Andrés, BücherFrau des Jahres 2024 und 1. Vorsitzende der BücherFrauen, arbeitet als Kulturmanagerin mit langjähriger Erfahrung im Verlagswesen. Sie entwickelt und organisiert Kultur- und Bildungsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit Stiftungen, Botschaften und Institutionen. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Geschlechtergerechtigkeit, Demokratie und freie Meinungsbildung. Als Beirätin, Jurymitglied und ehemaliges Vorstandsmitglied des Deutschen Frauenrates sowie als aktives Mitglied in verschiedenen Kulturvereinen wie den BücherFrauen bringt sie ihre Expertise ein.
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Bibliographische Angaben zum Buch:
Dulce Chacón: Was Hortensia nicht mehr erzählen konnte. 2024, Verlag w_orten & meer.
Aus dem Spanischen von Friederike Hofert. 424 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-945644-45-4
https://buchhandel.de/buch/Was-Hortensia-nicht-mehr-erzaehlen-konnte-9783945644454
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Musik im BücherFrauen Podcast: Swoop von den Mini Vandals (No Copyright Music).
