sichtbar: Silke Buttgereit – Initiatorin und Gestalterin der BücherFrauen-E-Akademie

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Vorhang auf und Bühne frei für engagierte Frauen. Ehrenamt und Engagement bekommen in dieser Blog-Interviewreihe ein Gesicht. Die Fragen stellt Nadja Mortensen, BücherFrau aus Hamburg.

Heute: Silke Buttgereit – Initiatorin der BücherFrauen-E-Akademie und die webagentin

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Wer bist du und wie bist du zu Deiner Aufgabe bei den BücherFrauen gekommen?

Ich finde die BücherFrauen immer dann am Besten, wenn sie tolle Projekte machen. Das Mentoring finde ich großartig, die Aktivitäten rund um die Mehrwertstudie, diesen Blog hier und vor allem auch die BücherFrauen-Akademie.

Da ich beruflich als Expertin für Web & Weiterbildung viel mit E-Learning zu tun habe, kam mir 2008 auf der BücherFrauen-Jahrestagung in Berlin recht spontan die Idee, die BücherFrauen könnten innerhalb der BücherFrauen-Akademie ja auch E-Learning anbieten. Ich hatte das KnowHow über Lernplattformen und Aufbereitung von Unterlagen. Also bin ich recht spontan aufs Podium gegangen und habe gesagt: Lasst uns Vorreiterinnen in Sachen E-Learning sein, unsere eigenen Angebote entwickeln und lasst es uns BücherFrauen-E-Akademie nennen.

Was macht dir dabei am meisten Spaß?

Erstens finde ich, das Akademie-Team der BücherFrauen ist ein Sammelbecken toller, spannender und engagierter Frauen. Mit solchen zusammen zu arbeiten macht per se Spaß. Zweitens liebe ich es Vorurteile gegen Technik und Vorurteile, die Menschen – besonders Frauen – über ihre eigenen angeblich sehr begrenzten technischen Fähigkeiten haben, zu widerlegen. Und dafür ist E-Learning an sich geeignet, dafür bieten sich aber auch die Lerninhalte, die ich vermittle (Online-PR, WordPress, Mobiles Arbeiten etc.), an. Wobei meine Tätigkeit als Trainerin für konkrete Kurse der E-Akademie keine ehrenamtliche Tätigkeit ist, dafür werde ich selbstverständlich bezahlt.

Warum bist du bei den BücherFrauen aktiv?

Ich bin seit ungefähr 100 Jahren bei den BücherFrauen, also bin ich mit Ende 20 eingetreten. Zuerst vor allem, weil ich damals zusammen mit einer guten Freundin ein Buch geschrieben habe. Die Freundin sagte, da müssen wir eintreten. Das habe ich dann gemacht. Lange war ich eher zahlende Karteileiche. Nach und nach habe ich das Netzwerk aber für mich entdeckt. Und da ich, wie gesagt, das Beste an den BücherFrauen ihre Projekte finde, fand ich irgendwann, dass ich dann auch aktiv werden muss. Ohne Projekte sind die BücherFrauen auch nur ein schnarchiger Verein. Weil ich das nicht möchte, habe ich mich eben bei dem Projekt, das mir am nächsten lag, engagiert.

Was hast du im Ehrenamt gelernt?

Ich habe gelernt, dass nur dann etwas passiert, wenn man etwas tut. Und dass es in einem überschaubaren Rahmen relativ leicht ist, etwas zu verändern und zu bewegen. Und auch wenn wir in der Akademie oft ein eher loses Team sind: ehrenamtliche Tätigkeit eignet sich hervorragend um Teamarbeit zu lernen, die von Respekt und Anerkennung geprägt ist. In hierarchischen und beruflichen Zusammenhängen vergisst man leicht, das Menschen dann mit der höchsten Motivation und Konzentration arbeiten, wenn man sie respektiert und ihre Arbeit anerkennt. Dann macht Arbeit mehr Spaß – und niemand betätigt sich ehrenamtlich, wenn es kein Spaß- und Anerkennungsversprechen gibt.

Was tust du, wenn du nicht für die BücherFrauen aktiv bist?

Ich bilde Menschen weiter, coache sie in Online- und Reputationsfragen. Ich entwickle Konzepte für Online-Reputationen, Websites, Social Media Kampagnen und setze sie um. Ich nenne mich die webagentin und bin Anlaufstelle für fast alle Fragen, die irgendwie mit dem Internet zu tun haben. Dieser Fragen nehme ich mich dann entweder selbst an oder vermittle an Menschen, die Antworten darauf haben. Klassische Agentinnen-Tätigkeit.

Mein zweites Standbein sind Taiji und QiGong. Wer mit einem Auge und allen möglichen Geräten fast permanent online ist und meist an einem Schreibtisch sitzt, braucht Offline- und Bewegungsräume im Leben. Sonst werde ich körperlich steif und innerlich fahrig und unaufmerksam. Ich praktiziere selbst sehr viel Taiji und QiGong und seit ein paar Jahren unterrichte ich auch beides. Mir geht das immer so, ob Computer oder Taiji-Form, wenn ich etwas kann und toll finde, drängt es mich, das auch weiter zu geben.

An welchem Projekt arbeitest du aktuell?

Wir würden die Themen der E-Akademie-Angebote gerne noch erweitern und die Methoden modernisieren. Das ist ein langwieriger Prozess, weil wir das E-Learning keinesfalls technisch überfrachten möchten. Für Frauen im Allgemeinen und BücherFrauen im Besonderen, spielt beim erfolgreichen Lernen der soziale Faktor eine sehr wichtige Rolle. Austausch und Reflexion ist da manchmal wichtiger als aufwendig aufbereitete Unterlagen, technische Gimmicks und Tools, die das E-Learning in den letzten Jahren geprägt haben. Aber ein bisschen mehr Video-Einsatz und technische Tools für die Interaktion wären schon prima.

Wobei kannst du Unterstützung aus dem Netzwerk gebrauchen?

Genau bei diesem Projekt. Auch bei der Erweiterung des Angebots der E-Akademie: Neue Themen, neue Ideen sowohl für die Inhalte als auch für die Aufbereitung. Klar, motivierte und engagierte Frauen sind immer willkommen bei der BücherFrauen-Akademie. Und wenn dann eine noch Lust hätte, sich ein wenig in die Technik zu stürzen, wäre das klasse.

Was ist Dein Lebensmotto?

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Autorin: Nadja Mortensen

Nadja Mortensen hat im Anschluss an ihr Studium (Buchwissenschaft, Französisch und BWL an der JGU Mainz) ein Volontariat bei Ullstein im Bereich Rechte und Lizenzen absolviert. Bevor sie sich den digitalen Themen verschrieb, war sie Account Managerin bei der Frankfurter Buchmesse und Auslandslizenzfrau bei Hoffmann und Campe. Nach einer weiteren Station im Produktmanagement Digital beim Großhändler Libri, ist sie jetzt Sales & Marketing Managerin Digital bei Edel.
Ihre Lieblingsthemen sind alles rund ums eBook und dessen Discoverability, spannende Marketingkonzepte, neue Geschäftsmodelle und digital rights.

5 Kommentare

  1. Sehr schönes Interview, aber die ganze Großartigkeit Deiner Großartigkeit könnte irgendwie noch deutlicher rauskommen… Silke ist eine so wunderbare Dozentin, dass es in der E-Akademie min. 25% Wiederholungsanmelderinnen gibt – und einen inoffizellen Silke-Buttgereit-Fanclub. Vielen Dank!

  2. Was für ein facettenreiches Interview. Wie gut, dass wir Dich schon seit 100 Jahren dabeihaben ; ) Bin übrigens auch Mitglied im Silke-Buttgereit-Fanclub… ; )

  3. Vielen Dank für die Einblicke und ganz besonders für die geniale Idee, das E-Learning einzuführen. Für mich ist diese Art des Lernens die Sache schlechthin. Vor allem, wenn die Lerninhalte, wie bei Dir, Silke, so hervorragend vor- und aufbereitet sind und mit freundlichem und konstruktiven Feedback einhergehen.

  4. Liebe Silke,
    ich werde nie vergessen, wie Du vor gefühlten 100 Jahren in einem völlig dunklen und verstaubten Erdgeschoss in Mitte irgendwo hinter der HU, wo heute neue Institutsgebäude stehen, als einzige Frau (außer mir Greenhorn) mit den Jungs übers Internet gefachsimpelt hast. Das hat mir sehr viel Eindruck gemacht. So viel, dass ich fast jedes Deiner Seminare zu wichtigen Programmen im FCB besuchte und Deine Entwicklung zur Trainerin und Coach nur bewundern kann. Du hast uns immer wieder nach vorn gebracht und bleibst selbst immer vorn. Als ich am ersten Online-Seminar zum ersten Chat verabredet war, war meine Tochter gerade etwas eher als verabredet gekommen und fragte: „Wie, Du chattest?“ Sie hatte das Chatten gerade als kindisch abgelegt.
    Deine Sätze zum Akademie-Team unterschreibe ich sofort. Mir hat das Mitwirken und dadurch das Netzwerken mit Euch dort auch viel gebracht hat und ich bin stolz darauf, das aus unseren Anfängen auf der VV in Berlin so viele Seminare entstanden sind, aber warum? Weil es keine allein macht, sondern wir eine Gruppe sind, in die man die Arbeit nach einer Weile dann auch gut weitergeben kann. Ein Hoch auf 25 Jahre Bücherfrauen und fast 9 Jahre Akademie-AG.

    • Frauke Ehlers

      Das ist ja toll, wie hier eine kleine Historie der BücherFrauen hinter den Kulissen entsteht! Gefällt mir ausnehmend gut. Liebe Sabine vom Bruch vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar!

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