16. August 2018
von Martha Wilhelm
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Spätestens seit dem internationalen Erfolg von Anna Todd mit ihrer „After“-Reihe (hierzulande von Heyne veröffentlicht) haben die meisten Buchbranchenmenschen zumindest mal was von Wattpad gehört. Die kanadische Social-Media-Plattform für Schreibende und Lesende gibt es seit 2006, inzwischen verzeichnet sie rund 60 Millionen Nutzer pro Monat (Zahlen von Ende 2017). Laut Wattpad-Statistiken sind 70 Prozent der Nutzerschaft weiblich, rund 90 Prozent benutzen zum Lesen und Schreiben die Wattpad-App (der Rest nutzt dafür wohl hauptsächlich oder ausschließlich den Browser-Zugang). Ein junges, enthusiastisches Publikum, das viel Fanfiction, aber auch originale Werke liest und schreibt (der Übergang zwischen beidem ist fließend – auch Anna Todds Bestseller hat als Fanfiction angefangen).
Im englischsprachigen Raum kommt es nicht selten vor, dass Wattpad-Autor*innen-Größen mit Millionen von Leser*innen bei Verlagen unterkommen. Auch in Deutschland gab es schon Versuche, die Plattform als Talentschmiede zu gebrauchen (so Piper 2014 mit dem Piper Award #erzähleesuns). Viele können sich hierzulande jedoch immer noch nichts unter Wattpad vorstellen. Ist das wie Facebook für Autor*innen? Wie gut sind die Geschichten, die da veröffentlicht werden? Muss man sich als Autor*in da anmelden, um den nächsten Bestseller zu landen?
Genau das habe ich mich auch gefragt. Und nach einem Impuls von Jana Stahl habe ich gedacht: Warum nicht einfach mal ausprobieren? So hat meine Zeit auf Wattpad begonnen. Und so viel sei hier schon mal vorweggenommen: Ein Weg zum Bestseller ist das nicht.
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